Man sieht sie mittlerweile fast in jeder Neubausiedlung. Gärten aus Schotter und Steinen. Warum sind diese modernen Formen der Gartengestaltung so beliebt? Das liegt wohl daran, dass man in der heutigen Zeit immer nach Lösungen sucht die mit möglichst wenig Aufwand verbunden sind. Dazu zählt auch der Garten. Rasen muss gemäht werden, die Hecke muss zurückgeschnitten werden. Den ganzen Sommer über hat man immer Arbeit, man ist angebunden und kann nicht lange wegfahren. Dazu kommt noch das Gießen. Schotter und Steine scheinen da die ideale Lösung, ohne viel Aufwand eine natürliche Umgebung zu schaffen. Aber ist das wirklich so? Sieht man genauer hin, so sind die meisten Schotterflächen nach einigen Monaten oder Jahren mit Unkraut besetzt. Da hilft das beste Vlies nicht pflanzenschutzmittel sind nur schwer zu bekommen, bzw nicht erwünscht.
Zudem vermoosen viele Flächen im Schatten zusehends. Hat man helle Steine, ist dieser Effekt besonders häufig zu sehen. Dann ist auch der Steingarten plötzlich gar nicht mehr so pflegeleicht. Jedes noch so kleine Unkraut sticht auf der grauen Fläche sofort heraus und sorgt für ein plötzlich ungepflegt Bild.
Wir möchten an dieser Stelle aber auch anmerken, dass der Begriff Steingarten doppelt besetzt ist. Auf der einen Seite verwendet man den Begriff häufig für diese kahlen, steinigen Stellen in modernen Siedlungen, andere verbinden damit ein funktionierendes Ökosystem aus Pflanzen und Tieren, die sich auf steinigen Lebensraum spezialisiert haben. Diese Gärten bieten durchaus einen großen Mehrwert für unsere Natur und sollten nicht kritisiert werden.
Es liegt wohl auch an unserer modernen Zeit, dass schöne Bauerngärten oder Stauden Bepflanzungen überhaupt gar keine Option mehr bei der Gartengestaltung sind. Dabei wären diese Gärten so wichtig für unsere Artenvielfalt wie Bienen, Schmetterlinge und Vogelarten. Was viele nicht wissen ist, das funktionierende Staudenpflanzungen oft weniger Aufwand bedeuten als eine Steinfläche. Zugewachsene Pflanzflächen lassen kein Unkraut mehr durch. Meist braucht es nur einen einzelnen Schnitt alle ein bis zwei Jahre um die Pflanzen wieder zu verjüngen. Der Zeitaufwand ist oft nur sehr gering. Je nach Standort können unterschiedliche Bepflanzungsarten gewählt werden. Es gibt Bepflanzungen für schattige Orte, sonnige Orte, trockene Orte sowie für besonders feuchte Orte. Mit der richtigen Wahl lässt sich so viel Arbeit vermeiden und ein wahrer Hingucker bilden. Zudem ist eine Staudenbepflanzung gar nicht viel teurer als eine Steinfläche und man kann sich viele Jahre an dem Anblick erfreuen.
Frag doch am besten mal in der Staudengärtnerei in eurer Nähe oder bei einem professionellen Gartenbaubetrieb nach. Diese helfen euch gerne bei der Auswahl und bei der Bepflanzung. Wer möchte, kann auch einen Pflegevertrag abschließen. Dann kommen ein bis zweimal jährlich die Gärtner zu euch in den Garten und kümmern sich den Rückschnitt und die Pflege der Beete.