Allgemeines zur Holzfaser

Holzfaser werden seit den 1990ern in Blumenerden verwendet. Mit der steigenden Nachfrage nach Torfersatzstoffen nimmt nun auch die Bedeutung für Kultursubstrate im Erwerbsgartenbau rasant zu. Holzfasern werden mittlerweile bis zu 50 Vol-% in Substraten verwendet. In Blumenerden kann der Anteil sogar noch höher sein.

Die Herstellung

Hergestellt werden Holzfasern aus chemisch unbehandelten Hölzern, meist aus Holzabfällen der Industrie. Meist stammen Holzfasern aus Nadelhölzern. In der Produktion gibt es grundsätzlich verschiedene Verfahren, die zu unterschiedlichen Eigenschaften des Endproduktes führen. Wichtig ist, dass die Holzfaser mit Stickstoff-Dünger imprägniert wird, da sonst bei der weiteren natürlichen Zersetzung im Substrat oder der Blumenerde zu viel Stickstoff gebunden wird, den die Pflanzen für Ihr Wachstum dringend benötigen.
Desweiteren kann durch verschiedene Verfahren die Benetzbarkeit, der pH Wert und die Farbe eingestellt werden.

Die Eigenschaften

Holzfaser hat ein hohes Porenvolumen, was sich positiv auf die Luftkapazität sowie die Drainage aber eher negativ auf die Wasserkapazität auswirkt.

Holzfaser hat ein ähnliches Gewicht wie Weißtorf und einen leicht sauren bis neutralen pH Wert, der allerdings häufig schwankend ist. Der Salzgehalt ist niedrig, der N-Gehalt (Stickstoff) ist höher als der von Torf. Damit bringt die Holzfaser natürlichen Dünger in das Substrat ein. Allerdings wird Holzfaser im Substrat durch Mikroorganismen zersetzt, welche für die Zersetzung Stickstoff benötigen. Der enthaltene Stickstoff wird damit gebunden und ist nicht für die Pflanzen verfügbar. Der Stickstoffbedarf ist allerdings höher als die Mengen, die sich in der Holzfaser befinden. Der Stickstoff Immobilisierung kann durch die sogenannte N-Imprägnierung entgegengewirkt werden.

Die Eigenschaften der Holzfaser hängen stark mit der Beschaffenheit und Herkunft des verwendeten Materials zusammen. Regelmäßige Kontrollen des Ausgangsmaterials sind damit unerlässlich!

Kann die Holzfaser Torf  ersetzen?

Die Eigenschaften von Holzfaser gleichen in vielerlei Hinsicht der des Torfes und können deshalb einen Anteil des Torfs im Substrat ersetzen und andere Torfersatzstoffe positiv ergänzen. Zu diesen Eigenschaften gehören die geringen Nährstoff- und Salzgehalte, das Porenvolumen sowie in einigen Fällen die pH-Wert Steigerung bei der Zersetzung (NICHT IMMER POSITIV). Zudem ist die Holzfaser unkrautfrei.

Allerdings gibt es auch einige Nachteile gegenüber Torf.
Der gravierendste Unterschied ist die hohe N-Festsetzung durch die Zersetzung der Holzfaser. Bis zu 400mg N/l werden durch die Zersetzung freigesetzt. Das ist annähernd so viel wie einige Pflanzen über die komplette Kulturzeit benötigen. Das muss in der Düngeberechnung mit einbezogen werden. Zudem kann der Zersetzungsverlauf nicht sicher vorhergesagt werden, er variiert mit der Beschaffenheit des Substrates, des Mikrobioms und der Witterung. Damit kann es leicht Mangel oder Überschuss an Nährsoffen oder zu hohen Salzgehalten und somit zu Schäden kommen. Zudem steigt der pH Wert durch die Zersetzungsvorgänge an, was sich negativ auf das Pflanzenwachstum auswirken kann. Dieser Effekt kann durch hartes Gieswasser noch verstärkt werden. Besonders Eisenmangel ist häufig ein Symptom zu hoher pH Werte.

Das Fazit

Holzfaser kann Torf aktuell nur zu einem gewissen Grad ersetzen. Wichtig ist, die Substratzusammensetzung ganzheitlich zu betrachten und alle Faktoren einzubeziehen. Hierzu gehören nicht nur die Rohstoffe, sondern auch die Kulturführung, die Düngung, die Pflanzen und viele mehr. Diese sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich und das Substrat muss auf Grund der vielen Faktoren individuell an die einzelnen Betriebe angepasst werden.

Im Erwerbsgartenbau empfehlen wir eine schrittweise Anpassung der Substrate. Zu Beginn können beispielsweise 20% des Ausgangsmaterials Torf durch Holzfaser ersetzt werden. In weiteren Schritten - wenn die Kulturführung an das neue Substrat optimal angepasst wurde - können weitere Torfersatzstoffe wie Kompost oder Rindenhumus zugesetzt werden und der Torf weiter reduziert werden. Wichtig ist: Es gibt nicht DAS EINE TORFREDUZIERTE SUBSTRAT. Es kommt auf den Betrieb an. Ganz besonders auf die Kultur, die Kulturführung, die Düngung und die klimatischen Bedingungen! Funktioniert ein Substrat in einem Betrieb, gilt das nicht zwangsläufig für jeden anderen Betrieb! Wir begleiten Sie gerne bei der Anpassung ihres Betriebs an torfreduzierte Substrate!

Wir bei Höfter...

verwenden nur Holzfaser allererster Güte und kontrollieren regelmäßig die Qualität. Wir setzen Holzfaser sowohl in unseren Blumenerden als auch in verschiedenen Spezialsubstraten ein. Wir mischen unsere Substrate mit Holzfaser stest frisch und auf Bestellung, um die Zersetzung in der Kultur hinauszuzögern und der N-immobilisierung während der Kulturphase entgegenzuwirken. Zudem setzen wir auf einen ausgeglichenen pH-Wert, moderate Salzgehalte und eine ausgeklügelte N-Freigabe der verwendeten Dünger um der N-Immobilisierung entgegenzuwirken! Fragen Sie gerne bei uns an um weitere Informationen zu unseren Substraten zu erhalten.